Bemessung des Insolvenzverschleppungsschadens

Im Vermögen eines Gläubigers, der nach dem Eintritt der Antragspflicht gem. § 15a InsO mit einer insolventen Gesellschaft in Kontakt kommt, ergeben sich zwei Veränderungen: ein Vermögensabfluss sowie der Erwerb eines insolvenzbedingt nicht vollwertigen Kompensationsanspruchs.

Der Insolvenzverschleppungsschaden ist allein nach Maßgabe der Differenzhypothese weder auf Vermögensschäden noch auf das negative Interesse beschränkt.

In seiner Rechtsprechung zur Insolvenzverschleppungshaftung geht der BGH stets davon aus, in dem der Insolvenzverschleppungsschaden allein in dem Vermögensabfluss besteht.

Das heißt im Klartext: Der Geschäftsführer, der eine GmbH usw. über die Insolvenzreife hinaus betreibt, haftet für ALLE Geld- und Vermögensabflüsse aus der Gesellschaft ab Eintritt der Insolvenzantragspflicht.

Er kann sich allenfalls dadurch exkulpieren, dass er den Beweis antritt, der Gläubiger habe einen tatsächlichen Gegenwert von der GmbH erhalten. Dieser Beweisantritt wird ihm aber kaum gelingen, sodass er in vollem Umfang persönlich haftet.

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